| MGV 1858 WARSTEIN |
| . |
|
total außer Rand und Band Sängerkarneval unterhielt mit bodenständigem Humor Dauerbrenner und Stimmungsgaranten für 2011 verpflichtet Von Ingrid Schmallenberg WARSTEIN • .Beim MGV da bebt der Saal, wir feiern wieder Karneval!" Dem Sessionsmotto der Warsteiner Sänger ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Der Saal der Domschänke hob schon bei der Sitzungseröffnung am Samstagabend durch den Vorsitzenden Graßhüpfer Josef Leßmann zu beben an. Allein die Masse der närrischen Besucher versetzte den Untergrund in leichte Schwingungen.
Dass diese sich im Laufe des Abends dramatisch steigerte, bis Westfalenland am Ende total außer Rand und Band geriet, lag wiederum an der Klasse der Akteure, die bodenständigen Humor geistreich und doch mit der angemessenen Portion „Nikkeligkeit" präsentierten. Vor allem die Oldies unter den Büttenassen verstehen sich auf dieses Handwerk. So wieder „Wöske Plattkuierer" Winfried Struff, der in seinem Gespräch mit der englischen Queen, ein urkomisches, aber' durchaus verständliches Sprachengewirr fabrizierte.
Ein anderes Original hatte wegen der großen Sprengkraft seines Vortrages auf jedwede Verkleidung verzichtet. Im schwarzen Anzug, dem „Konzertzwirn" der Sänger, überbrachte Alfons Wienert eine sehr delikate Nachricht: „Nummer 4 ist wieder auf." Seit ein gewisses Etablissement an der Hauptstraße erneut seine Dienste anbiete, kommen die Sänger angeblich wieder gerne zu den Chorproben am Donnerstagabend. Vorbei sind die traurigen Zeiten voller Frust und Hoffnungslosigkeit. „Singen macht wieder Sinn." Das konnte auch der Hausmeister von Nr. 4, Norbert Vogt, bestätigen. Als Mann für alle Fälle hat er schließlich Einblick in die Gepflogenheiten des Rotlicht-Hauses. Einen ernsthafteren Blick auf die Sangesproben warf Franz Josef Willeke als Dirigent: „Formt euren Mund wies Maul vom Fisch, dann bleiben auch die Töne frisch!"
Sitzungspräsident Willi Dicke verpflichtete die Dauerbrenner und Stimmungsgaranten unter den Büttenassen gleich für das nächste Jahr: „Auf euch Alten können und wollen wir nicht verzichten." Doch auch das Nachwuchslager lässt hoffen. Zum ersten Mal auf der Bühne wurde Manfred Severin gleich mit mehreren Raketen bedacht. Als Herbert Knebel meckerte er über die schlimmsten Schlangen, die es überhaupt gibt: „Das sind die vor der Wursttheke - und ich hintendran als Schwanz." Eine atemlose „Nachtpolter-Wechsel-Dich-Show" legte die Acht-Zylinder-Gruppe, dieses Mal „Oben ohne" aufs Parkett und als „rattenscharfes" Gesangsduo machten Andreas Thiele als sexy Lady und Willi Bender als Öko im Norwegerpulli Furore. Zuvor hatte Bender bereits in der Rolle des sächsischen Stressbewältigungstrainers Dr. Fliegenbein für entspannte Atmosphäre gesorgt. Sein Tipp für Spätzünder: „Was du kapierst, das setze für dich um. Was du nicht kapierst, kannst du immer noch an andere weitergeben." Zum Thema Gesundheit hatte auch Heinz Glänzer Interessantes zu berichten: „Früher war es doch schon Wellness, wenn man als Erster in die Badewanne steigen durfte." Das Duo Doris Glänzer und Renate Struff stellte düstere Zeiten für Patienten in Aussicht. Die müssen sich im Zuqe der Gesundheitsreform demnächst selbst operieren. Himmlische Töne schlugen hingegen die Weeger-Singers als gefallene Engel an. Dieter Hölter, Andreas Thiele, Norbert Vogt und Jakob Weeger bestanden die Aufnahmeprüfung in den Himmel und das nicht nur wegen ihres wunderschönen Gesangs, sondern weil sie bei aller Kritik an ihrer Heimatstadt mit leeren Geschäften, Staub, Stau, Protest und Parteienstreit das Prinzip Hoffnung verkörpern: „Herzilein, du darfst nicht traurig sein, das renkt sich bestimmt wieder ein, doch kannst du nicht sicher sein..."
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Impressum: Diese Internetseite wird herausgegeben vom MGV 1858 Warstein, Von
Droste-Hülshoff-Str. 2, D-59581 Warstein * Bei einer e-Mail an diese Adressen bitte das "[at]" durch ein "@" ändern Der MGV 1858 Warstein ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden. 17.02.2010 |