MGV 1858 WARSTEIN
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Auf ein sangesfreudiges und zielstrebiges Jahr 2010 ! *** Bilder der Karnevalsfeier in der Bildergalerie ***

total außer Rand und Band

Sängerkarneval unterhielt mit bodenständigem Humor Dauerbrenner und Stimmungsgaranten für 2011 verpflichtet

Von Ingrid Schmallenberg

WARSTEIN • .Beim MGV da bebt der Saal, wir feiern wie­der Karneval!" Dem Sessionsmotto der Warsteiner Sänger ist eigentlich nichts hinzuzu­fügen.  Der  Saal  der  Dom­schänke hob schon  bei der Sitzungseröffnung am Sams­tagabend durch den Vorsit­zenden Graßhüpfer  Josef Leßmann zu beben an. Allein die Masse der närrischen Be­sucher versetzte den Unter­grund in leichte Schwingun­gen.

                   

 

Dass diese sich im Laufe des Abends dramatisch stei­gerte,  bis Westfalenland am Ende total außer Rand  und Band geriet, lag wiederum an der  Klasse der Akteure, die bodenständigen Humor geistreich und doch mit der angemessenen Portion Nikkeligkeit" präsentierten. Vor allem die Oldies unter den Büttenassen verstehen sich auf dieses Handwerk. So wieder „Wöske Plattkuierer" Winfried  Struff, der in seinem Gespräch mit der englischen  Queen,  ein  urkomisches,  aber'  durchaus  verständliches Sprachengewirr fabrizierte.

       

 

Ein anderes Origi­nal hatte wegen der großen Sprengkraft seines Vortrages auf jedwede Verkleidung verzichtet.   Im   schwarzen   Anzug, dem „Konzertzwirn" der Sänger,   überbrachte   Alfons Wienert   eine   sehr  delikate Nachricht:    „Nummer   4    ist wieder auf." Seit ein gewisses Etablissement an der Hauptstraße  erneut seine  Dienste anbiete, kommen die Sänger angeblich   wieder  gerne   zu den Chorproben am Donners­tagabend.   Vorbei   sind   die traurigen  Zeiten  voller  Frust und Hoffnungslosigkeit. „Sin­gen macht wieder Sinn." Das konnte auch der Hausmeister von Nr. 4, Norbert Vogt, be­stätigen.   Als   Mann   für  alle Fälle hat er schließlich Ein­blick  in  die  Gepflogenheiten des Rotlicht-Hauses. Einen ernsthafteren Blick auf   die   Sangesproben   warf Franz Josef Willeke als Dirigent:    „Formt  euren   Mund wies Maul vom Fisch, dann bleiben  auch die Töne frisch!"

 

                                     

Sitzungspräsident Willi  Dicke verpflichtete die Dauer­brenner  und  Stimmungsgaranten unter den Büttenassen  gleich für das nächste Jahr: „Auf euch Alten können und wollen wir nicht verzichten." Doch auch das Nachwuchslager lässt hoffen. Zum ersten Mal   auf   der   Bühne   wurde Manfred   Severin   gleich   mit mehreren   Raketen   bedacht. Als Herbert Knebel meckerte er über die schlimmsten Schlangen, die es überhaupt gibt: „Das sind die vor der Wursttheke - und ich hintendran als Schwanz." Eine atemlose „Nachtpolter-Wechsel-Dich-Show"  legte die Acht-Zylinder-Gruppe, dieses Mal „Oben ohne" aufs Parkett und als „rattenscharfes"    Gesangsduo    machten Andreas Thiele als sexy Lady und Willi Bender als Öko im Norwegerpulli   Furore.  Zuvor hatte  Bender bereits in der Rolle des sächsischen Stress­bewältigungstrainers Dr. Fliegenbein für   entspannte Atmosphäre gesorgt. Sein Tipp für Spätzünder: „Was du kapierst, das setze für dich um. Was du nicht kapierst, kannst du immer noch an andere weitergeben."

Zum Thema Gesundheit hatte auch Heinz Glänzer Interessantes zu berichten: „Früher war es doch schon Wellness, wenn man als Erster in die Badewanne steigen durfte." Das Duo Doris Glänzer und Renate Struff stellte düstere Zeiten für Patienten in Aussicht. Die müssen sich im Zuqe der Gesundheitsreform demnächst selbst operieren.  Himmlische Töne schlugen hingegen die Weeger-Singers als gefallene Engel an. Dieter Hölter, Andreas Thiele, Norbert Vogt und Jakob Weeger bestanden  die Aufnahmeprüfung in den Himmel und das  nicht  nur wegen ihres wunderschönen Gesangs, sondern weil sie bei aller Kritik an ihrer Heimatstadt mit leeren Geschäften, Staub, Stau, Protest und Parteienstreit das Prinzip Hoffnung  verkörpern:  „Herzilein, du darfst nicht traurig sein, das renkt sich bestimmt wieder ein, doch kannst du nicht sicher sein..."

 

 

  

    

 

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17.02.2010